Mein großes Mädchen! Ich werde unsere Zweisamkeit vermissen.

Meine Freundin, die gerade ihr zweites Kind bekommen hat, hat es mir schon prophezeit. „Die Smartimaus wird dir riesig vorkommen, wenn das Baby erstmal da ist“. Doch schon jetzt erwischt mich diese Erkenntnis oft eiskalt.

Ich kann momentan nicht aufhören dich zu beobachten, über dich zu staunen, bin verliebt und frage mich, wann verdammt nochmal du so groß geworden bist.

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Du sorgst dich um mich und gibst mir ein Kuscheltier mit zum Arzt. Irgendwer muss mich schließlich trösten, wenn ich eine Spritze bekomme.

Du küsst meinen Bauch und sagst, dass du dich auf ‚dein Baby‘ freust.

Du spielst alleine in deinem Zimmer, so wie es echte große Mädchen tun und es lässt mich dahinschmelzen, wenn ich dir heimlich zusehe.

Du erzählst Geschichten und singst Lieder.

Du sagst, was du willst und auch was nicht. Du kannst dich richtig streiten, mit deinen Freunden und auch mit mir. Du bist eine eigene kleine Persönlichkeit mit viel Herz und Humor.

Du magst Dinge, die echte Mädchen mögen und keine Babys. Klar du bist auch schon 2,5 Jahre alt. Aber nie war mir so bewusst wie jetzt gerade, dass du zu meinem großen Mädchen wirst, noch bevor es jemand Kleineren in unserer Familie gibt.

Du siehst glücklich aus und das macht mich wahnsinnig stolz. Denn das ist für mich das Wichtigste. Mag sein, dass ich deshalb gerade wie eine Klette an dir klebe. Weil ich einfach nichts von alldem verpassen will. Weil es nichts Schöneres gibt, als dich glücklich und zufrieden wahrzunehmen. Und weil ich weiß, dass bald alles anders sein wird. So sehr ich mich auch darauf freue, dass unsere Familie noch größer wird, so empfinde ich gerade einen schrecklichen Abschiedsschmerz, wenn ich daran denke.

Bald gibt es am Nachmittag nicht mehr nur uns Zwei. Du wirst lernen, zu teilen und Rücksicht zu nehmen. Ich werde wahrscheinlich öfter ‚Nein‘ zu irgendwelchen Wünschen sagen müssen. Unsere stundenlangen Kuschel- und Lesesessions werden häufiger unterbrochen und noch vieles mehr, was ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen kann, wird einfach anders sein. Das macht mir Angst, denn ich kann nur hoffen, dass ich dann noch immer mehr richtig als falsch mache. Und ich kann auch nur hoffen, dass ich dich dann weiterhin so froh und sorgenlos an meiner Seite habe.

Ich möchte dir versprechen, dass ich jede Gelegenheit nutzen werde, um dich zu beobachten und zu schauen, ob es dir gut geht. Ich will dich nicht übersehen und nicht zu viel von dir als große Schwester fordern. Und sobald mir unser kleines Zweiergespann fehlt, will ich dafür sorgen, dass wir ungestörte Augenblicke NUR FÜR UNS genießen können.

DU und ICH, wir sind ein wundervolles Team. 

 

13 Gedanken zu “Mein großes Mädchen! Ich werde unsere Zweisamkeit vermissen.

  1. So wunderschön hast du diesen Text geschrieben und ich fühlte mich gleich zurückerinnert! Lass dir aber sagen, du gibst weniger auf, als du denkst und gewinnst mehr als du erahnen kannst! Denn vergiss nicht, auch deine Große wird einen ganz neue wunderschöne Liebe erfahren: die Geschwisterliebe! Und die zu beobachten ist noch viel viel schöner als Glück!
    Liebe Grüße
    Katja

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  2. Hey,
    Deine Freundin hat recht. Auf einmal wirkt dein Kind wie 20 cm gewachsen und reifer.
    Ich hab mich die ersten Tage nach der Geburt der kleinen gefragt wann meine große so groß geworden ist.
    Die Kleidergröße mag zwar wachsen aber sie blieb meine kleine… Und auf einmal war sie eine riesin.. Auch für mich eine umgewöhnung.

    Ich wünsche dir und deiner großen kleinen eine schöne Weihnachtszeit

    Liebe Grüße

    Roksana

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  3. Ja, es wird anders werden mit einem zweiten Kind, für Dich als Mama mal anstrengender, mal bezaubernder. Auch ich erinnere mich manchmal etwas nostalgisch an die Zeiten, an denen ich meine gesamte Aufmerksamkeit einem Kind schenken konnte und mich nicht zwischen den Bedürfnissen zweier Kinder zerreißen musste. ABER: Auf alle Fälle wird sich auch ein zweites Kind in Dein Herz schleichen, und das ist wunderschön…

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    • Ich hatte bis jetzt immer nur darüber nachgedacht, dass das Kind Probleme mit der Umstellung haben könnte. Dass es mir auch so gehen könnte, darüber hab ich nie nachgedacht. Wir alle finden Veränderung scheinbar irgendwie sehr gewöhnungsbedürftig.

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