Gastbeitrag: Geschwisterliebe – Tipps & Tricks für eine enge Bindung von Anfang an

Wie ihr wisst, habe ich mir während der Schwangerschaft viele Gedanken darüber gemacht, wie Smarti wohl mit ihrer Rolle als große Schwester klarkommen wird. Ständig habe ich mich gefragt, was wir wohl alles tun können, um ihr und der kleinen Karli den gemeinsamen Start ins Geschwisterleben so einfach wie möglich machen können. Und weil eine erfahrenes Geschwistermama da wohl die beste Ansprechpartnerin ist, hat Katja von mamatized.com viele nützliche Tipps & Tricks für mich in einem Gastbeitrag zusammengetragen.

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Eines der allerschönsten Dinge, die ich nach der bedingungslosen Liebe zu meinen Kindern erfahren durfte, ist die Geschwisterliebe. Ein unsichtbares Band, dass zwei Menschen bindet und hoffentlich niemals in ihrem leben getrennt wird. Eine Liebe die schon sichtbar war, als die eine noch nicht auf der Welt war und mein Bauch als Platzhalter herhalten musste.

Kann man diese Liebe fördern und unterstützen? Ich glaube ganz fest daran und deshalb möchte ich dir unsere Tricks und Tipps zur Bindung von Geschwistern verraten, denn bis heute merke ich nicht viel vom „Thronfall“ der Großen.

Doch erstmal etwas über unsere Familie, um die Bedeutung von Geschwistern und ihren Stellenwert für mich etwas besser beurteilen zu können. Ich selbst habe eine Schwester mit der ich bis heute eine sehr enge Beziehung habe. Eng bedeutet nicht, dass wir regelmäßig telefonieren (denn wir leben nicht in der selben Stadt), sondern eng bedeutet, dass egal wie lange wir uns nicht gesehen habe und egal wie lange wir nichts von dem anderen gehört haben, wir uns trotzdem viel anvertrauen und uns auf den anderen verlassen können. Blind.

Mein Mann – und somit auch wir – muss aus beruflichen Gründen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen umziehen. Ich liebe dieses Leben und möchte es auch nicht eintauschen, trotzdem habe ich mir für meine Tochter eine weitere Konstante in ihrem Leben gewünscht.

Jemanden, der mit ihr umziehen muss, jemanden der auf ihrer Seite ist, wenn es darum geht, sich gegen die Eltern durchsetzen zu müssen. Ein Freund/Freundin, die bleibt, auch wenn sich alles andere verändert. Und das Glück hat uns mit einer zweiten Tochter gesegnet.

Ich kann nicht versprechen, dass unser Rezept bei allen Kindern funktioniert, aber es hilft mit Sicherheit  eine Bindung herzustellen und vertritt all das, was wir uns von unseren Töchtern als Geschwistern wünschen.

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Noch im Bauch

  • Ich erzählte Ida (damals noch 2 1/2) schon ziemlich früh, dass sie ein Geschwisterkind bekommt (nach ca. 14 Wochen) und erklärte ihr, dass wir es für Sie bekommen werden. Damit sie immer jemanden hat, mit dem sie spielen kann.
  • ab dem Moment war das Baby auch bei allem dabei. Wenn wir einkaufen gingen, und sie fragte, wer mit kommt, antwortete ich:Du und ich und das Baby. Und so war das Baby schon Teil unserer Familie, obwohl es noch gar nicht auf der Welt war. Wenn ich es einmal vergaß, das Baby aufzuzählen, wurde Ida stinksauer und korrigierte mich.
  • Viele Eltern haben Angst vor der fehlenden Zeit und Aufmerksamkeit, die sie mit Geburt des zweiten Kindes dem erstgeborenen nicht mehr widmen können. Ein Geschwisterkind bringt aber auch Vorteile mit sich und die brachte unser Baby schon im Bauch! Wenn es zum Beispiel um kleine Entscheidungen ging, ob Ida noch ein wenig Naschen darf, ein bisschen Fernsehen, eine zweite zu Bett geh Geschichte oder ein paar Minuten länger auf dem Spielplatz, dann entschied ab sofort das Baby dafür. Manchmal bot ich an das Baby zu fragen, ob das OK ist, oder ich tat so als ob das Baby schon sprechen könnte.
  • ab einem gewissen Zeitpunkt verrieten wir Ida auch den Namen ihrer kleinen Schwester, auch wenn das ein Geheimnis für alle anderen bleiben sollte. Hat es geklappt? Nein. Aber sie hat es tatsächlich nur einigen wenigen verraten. So war „Milou“ nicht komplett neu als sie zur Welt kam.

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Zur Geburt

  • Die kleine Schwester bringt der großen Schwester ein Geschenk mit. Das brachte mir zwar eine sehr große Kliniktasche, aber noch heute ist die Puppe aus dem Krankenhaus die, die Milou ihr geschenkt hat.
  • Krankenhäuser sind besonders für so kleine Gefühlswesen merkwürdig. Die Mama liegt auf dem Bett, in vollkommen merkwürdiger Umgebung und dann ist da endlich das Baby. Ich fand es wichtig, dass Ida gleich zu mir aufs Bett hüpfen konnte, dass sie ihre Schwester berühren küssen und streicheln durfte ohne dass gleich jemand „Vorsicht“ ruft (Achtung, dass machen die Omas gern). Das Baby ist zwar klein, es ist aber nicht aus Glas und zerbricht sofort. Und falls die Berührungen zu grob werden, dann ist es deutlich einfühlsamer die Hand des Kindes sanfter zu führen, als es mit Worten zu erschrecken. Ein „Ich zeig dir mal, wie das Baby es mag!“ ist viel besser als ein „Vorsicht, das (oder noch schlimmer: du) tut dem Baby weh“
  • Und wenn das Baby mal auf einem anderen Arm ist, kann das große Kind viel Mama tanken.

Die ersten Monate (wenn das Baby noch nicht viel kann)

  • Bei all dem Schmusen und Kuscheln und Liebkosen, darf man nicht vergessen, dass es da noch einen anderen Menschen gibt, der unheimlich verliebt in das Baby ist. Ich hatte in der ersten Woche zu Hause ganz vergessen, dass auch Ida das Bedürfnis hat ihre Schwester zu halten, zu küssen und zu streicheln. Vor allem das Halten war ihr sehr wichtig und mit einem Stillkissen geht es auch sehr gut.
  • Das für das Baby reden, das mal 5 grade sein lassen das blieb alles so, wie es im Bauch auch schon gewesen war.
  • Viel Erklären und viel mithelfen lassen, das sind die Ratschläge, die man schon von seinen eigenen Eltern hört. Das Loben gehört auch dazu. Wie toll es ist, dass das Kind ein großer Bruder oder eine große Schwester ist.

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Das erste Jahr

  • Sobald das Baby auf sein Umfeld reagieren kann, kann man sich als Eltern eigentlich zurück lehnen und geniessen. Es gibt niemanden auf den Babies besser reagieren als auf Kinder. Keiner kann bis heute Milou so zum lachen bringen, wie Ida (das sagten wir ihr auch immer). Und mit der Reaktion, wächst auch die Beziehung zum Geschwisterkind.
  • Auch im ersten Jahr war es mir wichtig, dass meine Große die Vorteile der großen Schwester geniessen kann und auch erkennt. Erkläre deinem Kind, dass du alles genau so auch bei ihm gemacht hast, als es selbst noch ein Baby war. Und stelle besonders die Vorzüge heraus (Du darfst schon Eis essen, länger wach bleiben, fernsehen, etc) Bei uns war eine Zeit lang auch beliebt, dass die Große schon etwas anderes konnte.
  • Applaus: Wer wird nicht gern beklatscht! Es darf ganz viel das große Kind beklatscht werden, aber auch das Kleine. So lernen die Kinder gleich sich mit dem anderen zu freuen.
  • Das hat es von dir: Nicht nur Mamas und Papas sind stolz, wenn das kleine Baby nach ihnen kommt. Auch die großen Geschwisterkinder finden es besonders gut, wenn sie auch mal so ausgesehen haben, oder Sie das Krabbeln oder Quatsch machen vom großen Geschwisterkind abgeguckt haben.

Wenn das erste Jahr vorbei ist…

  • …dann fällt der Welpenschutz ab. Das passiert bei den Geschwisterkindern automatisch. Uns Eltern tut es gut es uns auch ins Gedächtnis zu rufen, dass unser kleinstes kein Baby mehr ist. Es muss nicht immer den ersten Teller bekommen, es darf auch mal auf das Geschwisterkind warten und dann erst dran sein.
  • Ich versuche die kleine immer vor der Großen ins Bett zu bringen, denn nach einem Jahr Rücksichtnahme, kann ich wenigstens die letzte halbe Stunde ihres Tages allein mit ihr geniessen. Es ist für uns eine besondere Zeit, auch wenn es manchmal leichter wäre bei gleichzeitig ins Bett zu bringen.
  • Ein Mama-großes Kind-Tag muss ab und zu trotzdem sein. Ida geniesst diese Tage total und für den Papa und das kleine Kind ist es auch mal schön nur zu zweit zu sein.

Für uns haben diese Tricks alle sehr gut geholfen und manchmal wünschte ich mir, sie könnten sich noch nicht so gut verständigen – denn haben sie erst einmal herausgefunden, dass sie zu zweit die Mama überstimmen können, dann lässt man sich ziemlich schnell überreden.

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