Wir sind VIER – drei Monate

Drei Monate. So lange stellt sie nun schon unser Leben auf den Kopf, raubt mir Schlaf und oft den letzten Nerv. Ich könnte jetzt schreiben, wie müde ich doch bin, wie wahnsinnig schnell die Zeit rast oder wie groß Karli doch schon geworden ist. Aber eigentlich muss ich nur eine ganz dringende Sache loswerden.

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Und zwar in uns. In Smarti, Karli, papAhoi und mich.

Nach drei Monaten kann ich endlich sagen, dass wir in unserem Familienleben zu viert angekommen sind und jeder seine neue Rolle darin gefunden hat. Wir wuppen den Alltag (nicht mit links aber trotzdem ganz gut), meistern kleine Krisen und größere Katastrophen – und zwar so, dass niemand auf der Strecke bleibt.

Karli hat es uns in den vergangenen Wochen wirklich nicht leicht gemacht. Schon in meinem Bericht über unseren ersten Monat habe ich ja geschrieben, dass es hier viele, scheinbar unerklärliche und lang andauernde Schreikonzerte gibt. Bis zur 11. Woche hat uns dieser Zustand viel Kraft und eine dauerhaft schludrige Wohnsituation gekostet. Seitdem kehrt zum Glück wie von Zauberhand wieder mehr Ruhe ein. Das Gebrüll beschränkt sich nun auf die Abendstunden und dauert auch nicht mehr ganz so lange. Ab und zu gibt es sogar schon mal einen Abend, an dem papAhoi und ich zusammen auf dem Sofa sitzen und uns unterhalten können. Vorher mussten wir abends im Bett oft feststellen, dass das Geschrei es uns bis dahin unmöglich gemacht hat miteinander zu kommunizieren.

Tagsüber findet das Baby unserem Alltag inzwischen scheinbar ganz schön. Karli lässt sich tapfer bekuscheln, lacht und macht viele lustige Geräusche, die uns alle verzaubern. Die ersten Spielzeuge werden neugierig bestaunt, angefasst und der beste Freund, die Faust, wandert zielgerichtet zum Mund. Sie ist total fasziniert von ihrer großen Schwester, ihre Blicke folgen ständig Smartis Stimme.

Und Smarti ist eine wirklich bezaubernde Schwester. Sie ist liebevoll, geduldig und ein wenig übermütig beim kuscheln. Sie ist immer noch begeistert von ihrer kleinen Schwester und hat ein großes Nähebedürfnis zu ihr. Offensichtliche Eifersucht gibt es nur, wenn wir fürs Baby einkaufen und es die süßen Schlafanzüge, Mützchen etc. nicht auch in ihrer Größe gibt. Auch Gespräche mit den Erzieherinnen in der Kita bestätigen es. Das große Kind scheint zufrieden mit ihrer neuen Rolle zu sein. Seitdem Karli da und der Umzug vollzogen ist, kehrt langsam ihre Ruhe wieder zurück. Ich habe mir im Vorfeld so viele Sorgen gemacht, wie sie das alles verkraften wird und durfte nun feststellen, dass das Warten auf die Schwester und die damit verbundene Unsicherheit wohl das Anstrengendste für sie war.

Trotz dem positiven Fazit gab es in den vergangen Wochen aber auch die ein oder andere Hürde mit Smarti. Zwischenzeitlich habe ich sogar kurz gedacht, dass unser Verhältnis nun total im Eimer ist. Sie hat mich angezickt und den neuen Tagesablauf oft boykottiert. Ich habe sie irgendwann schon morgens angeschrien und bin schon völlig fertig mit dem brüllenden Baby nach Hause gekommen, wenn ich sie nur zur Kita gebracht habe. Wir haben danach einiges in unserem Alltag verändert und schnell die Chance auf ein Elterngespräch im Kindergarten genutzt, um unsere Sorgen kundzutun. Neben den vielen positiven Eindrücken der Erzieherinnen konnten wir auch von dort noch die ein oder andere Anregung mit nach Hause nehmen und seitdem herrscht wieder die alte Harmonie.

Drei Monate sind nun schon vorbei und anders als nach dem ersten Monat freue ich mich wahnsinnig auf die nächsten, ganz ohne Bedenken und Ängste.

2 Gedanken zu “Wir sind VIER – drei Monate

  1. Als ich Karli auf der Blogfamilia gesehen habe, hätte ich nicht gedacht, dass sie gerne mal ein Schreikonzert gibt oder besser (und optimistisch gesagt( „gab“.. Deshalb freut es mich umso mehr zu lesen, dass sich langsam alles einspielt. Bei uns hörten die abendlichen Schreikonzerte auch circa ab dem 4. Monat auf (oh, das ist schon bald ein Jahr her!) und ich konnte damals endlich abends wieder das Schlafzimmer verlassen 🙂

    Ich finde es sehr spannend zu lesen wie es so ist von drei auf vier zu wachsen!

    Hab einen schönen Abend!
    Liebe Grüße
    Miriam

    Gefällt 1 Person

    • Bei der Blogfamilia war sie echt richtig gut drauf. Da ist sie sogar den einzigen Abend bisher im Bett eingeschlafen und nicht nach stundenlangem tragen auf dem Arm. Dem kleinen Snob gefiel es wohl im Hotel besser ☺

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